Choroplethenkarte Reichstagswahl 1912: Stimmenanteile SPD

1 Dez

Version 1.0


Zwischen 1871 und 1912 war lediglich ein Fünftel der Bevölkerung wahlberechtigt: das waren männliche deutsche Staatsangehörige ab der Vollendung ihres 25. Lebensjahres, die weder unter Vormundschaft stehen, noch Armenunterstützungsempfänger sein oder sich in einem Konkursverfahren befinden durften. Die Wahlbeteiligung stieg im Laufe der Zeit deutlich an. Wählten 1871 lediglich 51 Prozent aller Wahlberechtigten, waren es 1912 bereits 84,9 Prozent. Im Laufe der Zeit gewann die SPD stetig an Wählerstimmen und erreichte 1912 etwa 35 Prozent. Insgesamt war die SPD jedoch benachteiligt. So „… spiegelt sich die zunehmende Stärke der Sozialdemokratie nicht adäquat durch den Grad ihrer parlamentarischen Repräsentation im Reichstag wider. Der Grund dafür war, dass die Wahlkreiseinteilung trotz der massiven Bevölkerungsbewegungen in die industriellen Ballungszentren und der damit verbundenen zunehmenden Urbanisierung zwischen 1871 bzw. 1873 und 1912 nicht verändert wurde. Da die Hochburgen der SPD vor allem in städtisch-industriell geprägten Regionen des Deutschen Reiches lagen, profitierten vor allem die in den ländlichen Regionen überdurchschnittlich starken konservativen Parteien von der nicht veränderten Wahlkreiseinteilung.“1

SPD Stimmenanteile 1912

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Stimmenanteile ausgewählter ideologischer Lager im Zeitverlauf

Die Erstellung dieser Karte wird in dem Beitrag Choroplethenkarten mit JavaScript (Mapael) erläutert, die Daten sowie Kartengrundlage in dem Beitrag Wählerbewegung im Wilhelminischen Deutschland. Die Reichstagswahlen von 1890 bis 1912.

Zu den Daten wird derzeit ein Projekt unter der Leitung von Daniel Ziblatt an der Faculty of Arts and Sciences der Harvard University durchgeführt.


Anmerkungen:

  1. Marc Debus (2015), Politische Partizipation, in: Thomas Rahlf (Hg.), Deutschland in Daten. Zeitreihen zur Historischen Statistik, Bonn: Bundeszentrale für politische Bildung, S. 114-129, hier S. 121.