Hexen und Hexenverbrennungen

29 Mai

Die genauen Zahlen der Hexenverfolgung im Europa der frühen Neuzeit zu ermitteln ist nicht möglich. Als Hauptquelle dienen sogenannte serielle Quellen wie zum Beispiel Prozessakten oder Chroniken. Anhand dieser konnten einige Berichte über große Verfolgungen zum Teil auch widerlegt werden. Das Problem ist jedoch, dass eine Akten oftmals entweder unvollständig oder noch nicht ausgewertet oder aber nicht mehr überliefert sind. Generell gilt die Überlieferungslage allerdings als relativ gut. Basierend auf diesen Quellen wird davon ausgegangen, dass die Opferzahl unter 100.000 anzusiedeln ist. Der Historiker Ernst Midelfort zieht seine Obergrenze bei 70.000. Der Australier Brian P. Levack sogar bei 60.000. Thomas A. Brady spricht von 40.-50.000. Opfern, davon alleine die Häfte auf dem Gebiet des Hl. Römischen Reiches. Merry E. Wiesner geht wiederum von einer Zahl zwischen 50. und 100.000. Menschen aus. Zum Vergleich: In Deutschlands größtem Stadion, dem Signal Iduna Park, finden gerade mal etwas über 81.000 Menschen Platz. Damit ist die Hexenverfolgung mehr als eine bloße Randerscheinung in der Geschichte. Die räumlichen Schwerpunkte lagen dabei im Deutschen Reich, der heutigen Schweiz und Frankreich.
Drei Viertel der Opfer waren dabei Frauen, wobei auch hier gilt, dass es große regionale Unterschiede gab. In manchen Territorien konnte es auch vorkommen, dass vorzugsweise Männer angeklagt wurden. So waren in Island 21 von 22 Opfern männlich. Ähnlich verhielt es sich unter anderem in Finnland und Estland.


Lisa Steffny, 4. Fachsemester Geschichte (B.A.).