Der Schwarze Tod – Die Pest im Mittelalter

12 Jun

Die Pest, der sogenannte Schwarze Tod, tötete zwischen 1347 und 1353 mehr als ein Drittel aller Europäer.

Obwohl genaue Opferzahlen nicht bekannt sind, können anhand der umfangreichen Quellenlage gute Schätzungen gemacht werden. Ein solch einschneidendes Ereignis bewegte viele Menschen, darüber zu schreiben. Sowohl Mitglieder der Stadtverwaltung, als auch Kleriker führten teilweise relativ genau Buch über die Folgen der Seuche in ihren Städten. Viele Stadtchroniken oder andere Aufzeichnungen porträtieren die wichtigen Ereignisse, wie die Judenpogrome, Aushebungen von Massengräbern und allgemein die ungefähren Zahlen der Toten.
Man geht heute davon aus, dass sich die Opferzahlen stark unterscheiden in verschiedenen Ländern. Besonders Länder wie Italien, Frankreich oder Spanien, wo die Seuche am längsten und heftigsten wütete, verloren rund 75-80% ihrer Einwohner. In Deutschland und Skandinavien rechnet man eher mit etwa 20%. Mittelalterliche Autoren rechnen oft mit 35-45%. Man geht heute davon aus, dass diese Schätzungen weitgehend akkurat sind und höchstens nach oben korrigiert werden müssen. In Paris sind von 100.000 Menschen etwa 50.000 gestorben. In Bremen schreiben Chronisten von mindestens 30 Toten pro Tag, in den schlimmsten Tagen sogar 200. Etwa 60% der Einwohner Bremens erlagen von 1350-1353 der Pest.
Alleine in Europa dürften deshalb zwischen 28 und 36 Millionen Menschen ums Leben gekommen sein, bei einer Gesamtbevölkerung von etwa 80 Millionen Menschen. Da in anderen Teilen der Welt weniger genau Buch geführt wurde über die Folgen des Schwarzen Todes, sind Zahlen der ganzen Welt wesentlich ungenauer. Die Schätzungen verschiedener Historiker reichen hierbei von 80 bis zu 200 Millionen Opfern.

Literatur:

Bergdolt, Klaus: Der Schwarze Tod in Europa. Die große Pest und das Ende des Mittelalters. München 2011.
Naphy, William; Spicer, Andrew: Der Schwarze Tod. Die Pest in Europa. Essen 2006.
Schwarz, Klaus: Die Pest in Bremen. Epidemien und freier Handel in einer deutschen Hafenstadt 1350-1713. Bremen 1996.


Maximilian Bäumker, 4. Fachsemester Geschichte (B.A.).